Garten

Der braune Apfel aus der Erde

 
Trinationales Umweltzentrum TRUZ / Petite Camargue Alsacienne
Klasse 4f Grundschule Neuenburg Steinenstadt / Klasse CE2-CM2 Ecole Elementaire "Sans Frontières" Chalampé

 

Im Oktober 2011 besuchten die beiden Umweltpädagoginnen zum ersten Mal die französische Klasse in Chalampé und stellen sich und das Projekt vor. Blumentöpfe wurden mit Serviettentechnik kreativ gestaltet und mit individuellen Namenskärtchen versehen. Diese Minigärten überreichten die Umweltpädagoginnen den Schülern der deutschen Klasse in Steinenstadt und jeder Schüler wählte mit einem Blumentopf zugleich seinen französischen Partner aus. Die deutschen Kinder wiederum fertigten Minigärten für ihre französischen Partner an. In Briefen informierten sich die Partner über das Gedeihen der Gärten.

 

Die erste Begegnung fand im April 2012 im TRUZ in Weil am Rhein statt. Um den Kindern Sicherheit zu geben, wurden Rituale eingebaut: Der Tagesablauf wurde anhand eines gezeichneten Plakates erklärt und den Abschluss bildete ein gemeinsames „Feuerwerk“, bei dem die Kinder symbolisch eine Rakete zündeten, indem sie ihre Arme nach oben rissen. Die Anleitungen wurden in der jeweiligen Landessprache gegeben, unterstützt mit Gesten und Bildern. Lediglich wichtige Erklärungen fanden in beiden Sprachen statt.

 

An diesem Tag wurden die Beete vorbereitet und die Kartoffeln gesetzt. Die Kinder waren neugierig und gespannt darauf, ihre „Briefpartner“ das erste Mal zu sehen. Mit Eifer und sehr offen gingen sie aufeinander zu. Kennenlernspiele unter Einsatz eines Schwungtuchs führten zu einer guten Stimmung und zu einer Durchmischung der deutschen und französischen Schüler. Mit Hilfe des Spiels „ Bewegtes Wort - le mot en movement“ wurden Vierergruppen gebildet, die fortan während aller Treffen zusammenarbeiteten.

 

An der zweiten Begegnung im Mai 2012 wurde das Beet gejätet und ein erster Blick auf die vier Wochen alten, erbsengroßen Kartoffeln geworfen, was eine große Begeisterung bei den „Gärtnern“ hervorrief. Die Vesperpause nutzen die Kinder ausgiebig, um miteinander in Kontakt zu treten und sich näher kennen zu lernen. Aus Blütenblättern und Gräsern schmückten bald Tattoos die Hände und Arme aller Kinder. Im Tandem unterstützen sie sich beim Suchen von Blüten und Blättern und bei der Erfindung selbst gestalteter Blumen. Die Herstellung einer Kräuterseife mit frischen Kräutern aus dem Garten, verschiedenen Farben und Düften forderte die Kinder zum regen Austausch auf. Trotz Rezepten in beiden Sprachen waren viele Absprachen und Einigungen nötig, für welche die Schüler jedes mögliche Mittel zur Hilfe nutzten.

 

Die letzte Begegnung war im Juni 2012 zur Kartoffelernte. Ein Hula-Hoop-Reifen als Einstiegsspiel diente dazu, die Kinder aufzulockern. Möglichst schnell durch die Reifen zu steigen, ohne die Hände los zu lassen, war für alle ein großer Spass. Stolz sammelten die Kinder 40 kg Kartoffeln aus ihrem Beet! In Gruppen wurden Kartoffeln gekocht und Quark aus frischen Kräutern gerührt.

Aus Lindenblüten, Zitronenscheiben und Wasser bereiteten einige Kinder „Sonnentee“ zu. Vor dem Essen sangen sich die Kinder gegenseitig in ihrer Muttersprache ein Tischlied vor und die Partner versuchten jeweils mitzusingen. Dann wurden bei herrlichem Sonnenschein die selbst erzeugten Speisen mit großem Genuss gegessen. Am Ende der Begegnung waren die Kinder sehr vertraut miteinander. Vielen fiel die Trennung schwer.

 

          

 

Ein letzter Besuch der Umweltpädagoginnen in den Klassen in Chalampé und Steinenstadt fand Anfang Juli statt. Gemeinsam wurden die einzelnen Treffen nochmals in Erinnerung gerufen und von den Schülern beurteilt. Mit Kartoffeldruck gestalteten die Schüler Briefpapier. Zum Abschluss wurden die Schüler mit dem bekannten “Feuerwerk“ in die schon greifbar nahen Sommerferien entlassen.

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